Projekt

leb.endlich

 

Ideen-Wettbewerb zum Thema "Sorgekultur am Lebensende"

 

„leb.endlich“ ist ein Ideen Wettbewerb, den die Gesellschaft zur Unterstützung von Palliative Care in Vorarlberg veranstaltet, um Menschen in allen Bereichen der Gesellschaft zu ermutigen, kreative Gedanken, innovative Ideen, aber auch bereits bestehende Projekte beizusteuern, mit dem Ziel, die  Initiative für eine  umfassende Sorgekultur in Vorarlberg voran zu treiben.

Dieses Projekt spricht Kindergärten genauso an wie Schulen, richtet sich an kirchliche Institutionen, Vereine oder kulturelle Einrichtungen, und hofft auch Gemeinden und Sozialeinrichtungen anzusprechen. Es gibt eine Unmenge an Unterstützungsangeboten auf Gemeindeebene, ehrenamtliche Helfer*innen bieten ihre Hilfe an und Organisationen begleiten auf professionellem Weg.

Die Idee einer „Caring Community Vorarlberg“ könnte einen umfassenden Schirm über all die unzähligen Einzelinitiativen spannen und gleichzeitig ein wichtiges Signal senden, dass uns als Bürger*innen solch ein Engagement wichtig ist und wir die Verantwortung dafür nicht an die Politik, an die Medizin oder an die Pflege abgeben wollen, sondern selbst einen Beitrag zu leisten versuchen.

Der Hauptpreis ist mit 3000 Euro ausgeschrieben, prämiert werden die besten 10 Projekte.

Um die Beurteilung der ganz unterschiedlichen Arbeiten (von abstrakten Ideen bis hin zu bereits laufenden Projekten) zu objektivieren wurde eine „multidisziplinäre Jury“ ausgewählt, die in vorgegebenen Kategorien Punkte (1-10) vergeben konnte. Es wurde dabei versucht, einen möglichst breiten Zugang zu wählen. Die Jury setzte sich aus folgenden Personen zusammen:

  • Martin Dechant: Wirtschaft

  • Sarah Hackspiel: Palliativärztin

  • Martine Baumgartl: Diplomierte Pflegefachkraft 

  • Karl Heinz Rüdisser: Fördererverein, Politik

  • Georg Moosbrugger: Lehrer, Seelsorger

Eingereichte Arbeiten

Die Resonanz auf diesen Ideen Wettbewerb hat alle Beteiligten positiv überrascht: 44 Arbeiten aus Vorarlberg aber auch über die Landesgrenze hinaus wurden eingereicht. Aus viele Rückmeldungen war der Satz zu hören „Diese Idee hat mich einfach gepackt, und ich wollte etwas dazu beitragen“. Das heißt, sehr viel ist bereits in der Auseinandersetzung mit diesem Themenkomplex vor Ort passiert.

Erfreulich war die Tatsache, dass sich nicht nur professionelle Helfer*innen angesprochen fühlten, sondern die Palette der Teilnehmerinnen ein breites gesellschaftliches Spektrum widerspiegelte: Angefangen von Schüler*innen über Kindergärtner*innen, Volksschullehrer*innen, Pflegepersonen, Sozialarbeiter*innen, ehrenamtlich Tätige, engagierte Bürger*innen, Architekt*innen, Künstler*innen bis hin zu Institutionen wie Heimen, Gemeinden oder Vereinen

Die Ideenvielfalt zeigte sich auch in den eingereichten Arbeiten (eine Auswahl):

  • Auseinandersetzung mit Krankheit, Tod und Sterben im Kindergarten sowie in der Volksschule

  • Palliativ Connect: HTL Schüler haben die Idee eine Palliativ App eingereicht

  • Demenz-Männer-Werkstatt

  • Witwen- und Witwer-Treffs

  • Die Idee von „Cafe Tod“ als Treffpunkt um über ungewöhnliche Themen zu sprechen

  • GutLebenGutSterben Parties

  • Atelier der Erinnerungen: eine Kreative Werkstatt, wo Erinnerungsstücke von Verstorbenen umgestaltet werden können

  • Planung von Schlafplätzen für Angehörige im Krankenhausbereich (ein detailierter Plan fürs Krankenhaus Hohenems)

  • Sorgekultur auf Gemeindeebene – eine gelebte Nachbarschaftshilfe in Lingenau

  • Kinderstadt Feldkirch – Austausch mit Senior:innen im Heim

  • 3 x 3 ist Glück: ein gemeinsames Projekt von Schüler:innen, Rickscha Fahrern und Senior:innen

  • Mein Weg der Trauer

  • Speeddating nach Max Frischs Fragebogen „Tod“

  • Gemeinschaftsprojekt Lauterach – eine Gemeinde plant eine Projektwoche zum Thema Tod und Sterben

  • Garten der Stille

  • Kunst macht das Thema Alter und Vergänglichkeit sichtbar

  • Ein gesundes Dorfleben ist die beste Prävention

  • Ein Ort der Mut macht

  • Wenn Träume und Ideen entstehen – ein Leben für die Sorgekultur

Gewinnerprojekt

Die Jury Entscheidung wählte das Projekt „Demenzwerkstatt für Männer“ auf den ersten Platz, gefolgt von „Leb wohl kleiner Elefant“ und „Mein Trauerhund“, zwei Arbeiten, die sich in sehr kreativer Weise dem Thema Tod und Sterben im Umgang mit Kindern annähern.

„Caring Community Vorarlberg“

Das große Interesse, die Vielfalt an Ideen und das spürbare Engagement dahinter sind ein kräftiges Lebenszeichen einer aktiven Sorgekultur im Land. Es überrascht, wieviele Einzelinitiativen und kreative Auseinandersetzungen sich diesem doch schweren Thema widmen.

Aktionen wie das leb.endlich Projekt tragen dazu bei aufzuzeigen, wie ein gutes Miteinander gelingen kann und wieviel Bemühen und Sorge um kranke, alte oder sterbende Menschen herrscht. Dies steht in einem wohltuendem Kontrast zu dem Bild einer immer egozentrischeren und rein digitalen Gesellschaft.

Es sind nicht nur die Krankenhäuser, Palliativstationen, Hospize und Heime,  in denen gestorben wird. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema findet genauso in Betrieben statt, in Schulen, in Gemeinden und in der direkten Nachbarschaft. Auch Kultureinrichtungen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Nicht eine Person, eine Institution, oder ein Fachbereich könne diese Idee weiterentwickeln. Es braucht ein Miteinander von Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen, eine gute Zusammenarbeit untereinander und ein politisches Bekenntnis, um diese Idee voranzubringen.

Der Begriff einer „Caring Community Vorarlberg“ könnte in Zukunft helfen, all diesen wunderbaren Projekten mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und ein feines Netzwerk zu weben, welches professionelle Helfer*innen und engagierte Bürger*innen in der Sorge um hilfsbedürftige und sterbende Menschen eint.